Zu einer anderen Zeit, in einer anderen Sportart, bei einer anderen Historie und in einem anderen Land würde man wohl von einer goldenen Generation sprechen. Marcel Kittel gewinnt zwei von drei bisher gefahrenen Etappen der Tour de France. John Degenkolb ist sein fulminates Backup im gleichen Team. Wenn es im Sprint bei Kittel aus irgendwelchen Gründen nicht so hinhaute, würde er einspringen. Oder Andre Greipel, der dritte deutsche Topsprinter mit Ambitionen auf Etappensiege. Tony Martin ist seit Jahren immer mal dran am gelben Trikot. Mit Jens Voigt trägt sich ein Deutscher gerade in die Liste der Rekordteilnehmer bei der Tour ein. Zudem war er der Eroberer des ersten Bergtrikots und genießt internationalen Kult-Status als alter Tour-Diesel.
In Gerald Ciolek stellt Deutschland den Sieger von 2013 beim Klassiker von Mailand nach San Remo. Eigentlich gäbe es im Radsport eine Menge zu bejubeln, wenn, ja wenn wir es nicht eben mit Radsport zu tun hätten, mit seiner zugegebenermaßen problematischen Historie, wenn wir nicht in Deutschland wären und zu allem Überfluss nicht auch noch just die Fußball-WM in Brasilien liefe.
An manchen Dingen lässt sich nun mal nichts ändern. Der Radsport hat seine Geschichte, und die wird ihm in Deutschland nachhaltig übel genommen. Schade wäre freilich, wenn wir über dies Übelnehmen gar nicht mitkriegten, wie sich der Radsport verändert. Und um das wahrzunehmen, müsste man wenigstens mal hinschauen. Und hinschauen lohnt sich – schon wegen Marcel Kittel, Andre Greipel, John Degenkolb und Tony Martin. Man muss ja nicht gleich übertreiben und sie eine goldene Generation nennen. Aber sie sind verdammt gute Radfahrer.
Ein Kommentar von Ulrich...
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Was für ein Tag am Mont Ventoux bei der diesjährigen Tour de France!
Und was würden wir darüber erst sagen, wenn wir über solche Tage von Marco Pantani, Lance Armstrong, Mikael Rasmussen, Alberto Contador und anderen nicht wüssten, was wir unterdessen wissen?
Und was bedeutet dieses Wissen für Christopher Froome?
Ein Kommentar von Ulrich...
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Vom reinen Informationsgehalt hätte Lance Armstrong genauso gut zugeben können, dass die Erde eine Kugel ist, die sich auf einer Kreisbahn um die Sonne bewegt. Darauf haben viele Kommentatoren hingewiesen. Aber was hätte Armstrong – bei Lichte besehen – auch in der Sache Neues bieten können?
Wohin hätte seine Beichte führen, was hätte er damit erreichen sollen? Es gibt wenig, das noch im Dunkeln liegt. Viele zeigten sich gleichwohl unzufrieden mit dem groß angekündigten Interview, in vielerlei Hinsicht auch zu Recht.
Ein Kommentar von Ulrich...
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Das erste Großereignis des Radsportjahr 2013 findet auf einer Couch statt. Lance Armstrong geht zu Oprah Winfrey. Was er auf seiner eigenen Couch macht, wissen wir. Er chillt. Er legt im warmen Abendschein seiner sieben gelben Trikots die Beine hoch.
Ein Kommentar von Ulrich...
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Wenn das Radsportjahr 2012 zu Ende geht, dann hat sich vieles geändert. Und manches wird noch kommen. Die Dinge sind in Bewegung geraten.
Lance Armstrong ist aus den Siegerlisten gestrichen und die Entscheidung, die Nächstplatzierten nicht nachrücken zu lassen, verrät viel über die Einschätzung dieser „dunklen Ära“.
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